10.27.2008

Über das kulinarische Mallorca

Mit Freunden sprachen wir letztens auf unserer Finca auf Mallorca über den Tourismus und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Küche.

Dass der Tourismus erneut ein Traumziel zerstört hat, kann man immer dann feststellen, wenn es dort schmeckt wie zuhause. Dabei ist es ganz egal wo Sie herkommen. Wenn es Spaghetti, Hamburger und Steaks gibt, oder neben McDonalds der Chinese seinen Ramsch verkauft und das Essen beim Thailänder genauso wie in New York, Rom oder Hongkong schmeckt, dann liegt die Vermutung schon sehr nahe, dass aus diesem ehemaligem Traumziel, ein allerwelts Reiseziel mit wahrscheinlich reichhaltigem Angebot an All-Inclusive-Reisen sich „entwickelt“ hat.

Wobei klar sein sollte, dass der Ausdruck „sich entwickeln“ an sich Wert neutral ist. Es wird zwar gemeinhin positiv besetzt, aber dieser Automatismus ist falsch. Oder wie bewerten Sie die Entwicklung des deutschen Volkes von 1920 bis 1943? Zweifellos hat eine Entwicklung stattgefunden, aber viele bewerten diese Entwicklung nicht eben positiv. Im Übrigen kann man diese Überlegungen auch auf die USA der letzten 7-8 Jahre anstellen. Aber wir wollen ja nicht über Politik reden.

So betrachtet hat Mallorca noch einen langen Weg vor sich, da es schon ziemlich schlimm um das kulinarische Niveau oder um die Originalität der mallorquinischen Küche bestellt ist wenn der Maßstab der Quotient der Anzahl der authentischen Essen im Verhältnis zur Gesamtzahl der täglichen Essen wäre. Aber zum Glück ist dem nicht so. Wer die Qualität und die traditionellen Gerichte sucht, wird diese bestimmt finden, auch wenn dort nicht unbedingt deutsch oder englisch gesprochen wird. Spanisch sprechen die Mallorquiner in diesen Restaurants aber meistens. Also keine Sorge.

Es gibt genügend mallorquinische Gerichte die hier bei auf der Insel zuhause sind. Wir kochen diese regelmäßig auf unserer Finca auf Mallorca.

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