11.2.2008

Geflügel-, Wild- und Fleischgerichte auf Mallorca gefällig?

Letztens hatte uns Anna, eine alte mallorquinische Freundin mal wieder auf unserer Finca auf Mallorca besucht. Wie so häufig, fing sie an zu erzählen über Mallorca, wie alles so kam wie es heute ist und welche Traditionen sich auf den Balearen bis heute gehalten haben die auch von der Jugend bewahrt werden. Gerne und oft spricht sie, wie alle Mallorquiner, auch vom Essen, das spätestens beim Einkauf anfängt (wenn nicht gar schon beim Hausschlachten) und mit dem Nachtisch noch lange nicht beendet ist.

So sprach sie letztens über die mallorquinischen Lämmer, die in den karstigen Bergen der Küstenregionen von salzhaltiger Luft umgeben und die in der Ebene zwischen Olivenhainen sich von den verschiedensten Kräutern ernähren, und sich so zu hervorragenden aromatischen Braten entwickeln. Sie erklärte uns zum Beispiel ganz genau wie sie einen Lammschmorbraten, einen rostit d’anyell also zubereitet. Das erzähle ich aber ein anderes Mal.
An besonderen Anlässen wie Ostern werden die Lämmer sehr jung geschlachtet. Dann sind sie besonders zart. Diese so genannten Milchlämmer sind so klein, das eine solche Lammkeule nur für eine Person reicht.

Als passionierte Jäger sorgen die Inselbewohner mit Beginn der Jagdzeiten für eine kulinarische Abwechselung auf den Speisezetteln. Wenn die Wildkaninchen etwa Mitte Juli zum Abschuss freigegeben werden, haben sie einen festen Platz auf der Speisekarte. Dann wird zum Beispiel sehr gerne conill amb ceba, also Kaninchen mit Zwiebeln gemacht.

Mitte August fängt die Jagd auf Tauben, Enten und Wachteln an. Dann kann man zum Beispiel guatles emborratxades, Wachteln in Weinsosse machen. Anfang Oktober geht es mit Wildziegen aus den Bergen weiter und Anfang Januar kommen die Fasane, Rebhühner und Perlhühner dran.

Das ganze Jahr über werden auf den Wochenmärkten Geflügel aller Art aus freier Aufzucht angeboten, das auch einen hervorragenden Geschmack hat.

Tja, hoffentlich ging es ihnen wie uns bei diesen Erzählungen. Uns ist das Wasser im Munde zusammen gelaufen, und es verging nicht viel Zeit, bis wir mal wieder einige Freunde auf unsere große Finca eingeladen haben zu einem schönen Grillabend.

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